Montag, 9. April 2012

Spanien ignoriert Sparziel der EU

Schuldenkrise in Europa


Aus der Süddeutsche.de:

Der Fiskalpakt ist gerade unterzeichnet, in Spanien aber erstmal trotzdem nicht gespart: Der neue Regierungschef Rajoy setzt sein Defizit-Ziel für das laufende Jahr eigenmächtig herauf - und verfehlt damit die Vorgaben durch die EU deutlich. Schuld sein soll natürlich sein Vorgänger.


Die Euro-Zone verordnet sich einen harten Sparkurs, aber nicht alle ziehen mit. Spanien, von der Wirtschaftskrise geplagt, wird 2012 das Defizit-Ziel erneut deutlich verfehlen. Wie der neue Ministerpräsident Mariano Rajoy mitteilte, geht seine Regierung im Haushalt für 2012 von einer Neuverschuldung von 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Mit der Europäischen Union hatte sie ein Defizit von höchstens 4,4 Prozent vereinbart.
Der konservative Regierungschef begründete die Abweichung damit, dass die Konjunkturaussichten sich drastisch verschlechtert hätten. Bei der Vereinbarung des ursprünglichen Defizit-Ziels habe man mit einem Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent gerechnet. Nun aber müsse er davon ausgehen, dass die Wirtschaft schrumpfe, sagte Rajoy.


Größtes Problem ist die wachsende Arbeitslosigkeit - nirgendwo in Europa ist die Quote höher als in Spanien: Jeder fünfte Spanier hat keinen Job, bei den Jugendlichen sogar fast die Hälfte. Prognosen für das kommende Jahr machen nur wenig Hoffnung. Die Regierung erwartet einen Anstieg der Quote auf mehr als 24 Prozent. - weiterlesen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bitte immer mit Ihrem Namen den Kommentar verfassen. Danke!