Freitag, 27. April 2012

Die Wirtschaftslage spitzt sich zu

Spanien stürzt nach S&P-Warnschuss tiefer in die Krise

aus Reuters Deutschland:

New York/Madrid (Reuters) - Nach der Herabstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's steuert Spaniens Wirtschaft immer rasanter auf den Abgrund zu.
"Spanien befindet sich in einer Krise enormen Ausmaßes", sagte Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo am Freitag in einem Radiointerview. S&P senkte die Kreditwürdigkeit des Landes auf eine Bonitätsnote, die nur noch wenige Stufen vom gefürchteten Ramschstatus entfernt ist. Die Märkte reagierten prompt mit steigenden Renditen auf spanische Anleihen, so dass der hoch verschuldete Staat für frisches Geld noch tiefer in die Tasche greifen muss. Damit zieht sich die Schlinge immer fester um das von einer Rezession geplagte Land, in dem fast jeder Vierte ohne Arbeit ist.
S&P forderte die Länder der Euro-Zone am Donnerstagabend auf, die Bewältigung der Schuldenkrise engagierter anzugehen. Sollten auf europäischer Ebene keine durchschlagenden Maßnahmen ergriffen werden, könne sich die Lage in Spanien noch verschärfen. Schon jetzt gebe es erhebliche Risiken für das Wirtschaftswachstum und den Haushalt, erklärten die Bonitätswächter von S&P. Es sei möglich, dass das südeuropäische Land dem Bankensektor erneut unter die Arme greifen müsse. Zudem sei es unwahrscheinlich, dass durch die nunmehr angeschobene Arbeitsmarktreformen in absehbarer Zeit unter dem Strich neue Jobs geschaffen werden könnten.
Nur wenige Stunden nach der S&P-Mitteilung veröffentlichte das Statistikamt in Madrid Zahlen zum Arbeitsmarkt, die Öl ins Feuer gossen. So stieg die Arbeitslosenquote im ersten Quartal 2012 überraschend deutlich auf 24,4 Prozent von 22,9 Prozent im letzten Vierteljahr 2011. Sie liegt damit so hoch wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr, ist mit Abstand die höchste in der Europäischen Union (EU) und eine der höchsten weltweit. Besonders hart trifft es die Jugendlichen in Spanien, von denen jeder Zweite keine Arbeit hat. - weiterlesen

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