Sonntag, 18. September 2011

Spuren der Rezession in Spanien

Nicht nur auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt die Wirtschaftskrise tiefe Spuren. Durch die hohe Verschuldung, durch Einnahmeausfälle und immer weiter steigende Refinanzierungskosten versucht Madrid von allen Ecken und Kanten Geld in die leeren Kassen zu bekommen.

Dieses Mal sind die Privilegierten und Reichen an der Reihe. Die sozialistische Regierung Spaniens führt ab sofort die sog. Reichensteuer wieder ein. Diese Steuer wird auf Vermögen von mehr als 700.000 € erhoben. Es ist wohl nicht mehr als nur ein Tröpfchen auf den heißen Stein, da in ganz Spanien gerade mal 160.000 Bürger davon betroffen sind. Aber Solidarität und Gerechtigkeit verlangt auch von der Elite ihr Scherflein zur Milderung der Krise.

Auch die Zahl der Selbständigen geht drastisch zurück. Am Beispiel der Kanarischen Inseln, einer nur kleinen Region in Gesamtspanien, lässt sich die Entwicklung gut verfolgen. Gab es 2007 vor der Krise noch rund 185.000 Selbständige, so sind es heute gerade mal noch 104.000. Da in Spanien auch für Selbständige eine Sozialversicherungspflicht besteht, können hier die Statistiken des Sozialversicherungsträgers heran gezogen werden. Seit 2007 haben sich also über 80.000 Gewerbetreibende und Freiberufler abgemeldet.

Das sind nur zwei Beispiele, wie die Spanier unter der Krise zu leiden haben. Auch wenn nun versucht wird den Sozialisten die Misere in die Schuhe zu schieben, so erfolgte doch die Weichenstellung und der programmierte Absturz bereits unter der bürgerlichen Regierung von Jose Maria Aznar. Fortschritt und mehr Schulden machen, Bauboom um jeden Preis - es kann nur besser werden, das war die programmatische These. Das Ergebnis sehen wir heute und das dicke Ende wird noch folgen.

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