Dienstag, 16. August 2011

Die Eurozone zerbricht – so wie die Sowjetunion

Hier habe ich einen lesenswerten Artikel in Focus.money gefunden:

Droht der Eurozone dasselbe Schicksal wie der Sowjetunion? Eine Radikal-Lösung muss her: Der Club Med – Griechenland, Spanien, Portugal und Italien – sollte den Euro aufgeben. Dann könnte uns eine Währungspartnerschaft mit der Schweiz retten.

Es steht schlecht um die gemeinsame Sache. So schlecht, dass sich kluge Menschen schon die scheinbar irrwitzigsten Gedanken machen. Stephen King ist einer dieser radikalen Denker. Er ist Chefvolkswirt der internationalen Großbank HSBC.(Hongkong and Shanghai Banking Corporation).
In einem aktuellen Aufsatz erinnert King an den Zusammenbruch der einst so mächtigen Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre – mitsamt der Einheitswährung Rubel. Und er zieht verblüffende Parallelen zum Zustand der Europäischen Währungsunion. Damit erhebt sich die bange Frage: Sind wir wirklich schon so weit? Steht die Eurozone tatsächlich kurz davor, genauso erbärmlich zu zerbröseln wie das Sowjet-Reich und seine Rubelzone 1993? Und wenn ja, wer sind die europäischen Pendants zu Ukraine, Weißrussland, Georgien, Armenien und Aserbeidschan?

Panik-Parallelen zu Griechenland

Stephen Kings Vergleich erscheint nur auf den ersten Blick gewagt. Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch die Wiederkehr eines erschreckenden Musters:

Auch 1993 hielt ausschließlich die einheitliche Währung, der Rubel, den politisch und wirtschaftlich immer weiter auseinander strebenden Staatenbund zusammen.

Gerade die neuen schwachen Staaten waren glücklich, nach dem politischen Aus des Sowjetreichs weiterhin Teil des Rubelraums sein zu dürfen.

Mit der Einheitswährung im Rücken stürzten sich Länder wie die Ukraine und Georgien in Verschuldungsexzesse.

Darunter litt ihre Bonität an den internationalen Finanzmärkten. Schon bald konnten einige Staaten keine neuen Kredite mehr aufnehmen. In ihrer Not druckten sie so lange frisches Geld, bis Russland im Sommer 1993 den Stecker zog und all die neu auf den Markt geworfenen Rubel-Banknoten für ungültig erklärte. Die Schulden-Staaten mussten eine eigene Währung gründen – der Rubel-Raum war am Ende.

Wer denkt bei diesem Verhalten – das ebenso rücksichtslos wie kurzsichtig ist – nicht sofort an Griechenland, Portugal, Spanien und Italien? Auch der Club Med nutzte die dank des Euro niedrigen Zinsen als gigantische Milliardensubvention. Aber leider nicht, um in die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu investieren. Sondern um Konsum, Sozialleistungen und Baudenkmäler zu finanzieren, die man sich aus eigener Kraft niemals hätten leisten können... weiterlesen



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