Samstag, 4. April 2009

Spanier überrennen Arbeitsämter


Das Land leidet unter den größte Jobverlusten in der EU - die Quote hat die 15-Prozent-Marke übersprungen. Vor allem junge Menschen sind von der Jobflaute besonders betroffen. Das Land leidet unter den größte Jobverlusten in der EU - die Quote hat die 15-Prozent-Marke übersprungen. Vor allem junge Menschen sind von der Jobflaute besonders betroffenkommen netto im Monat brachten es die beiden gelernten Verkäufer im Elektrofachhandel. Sie verschuldeten sich und kauften eine Wohnung. Jetzt stehen die beiden Schlange vor dem Arbeitsamt. Wie sie ihre Hypothek weiter abzahlen werden, wissen sie noch nicht. "Die Krise", sagt Ana, "hat uns jetzt auch erwischt."
Allein im März verloren 123.000 Menschen auf der Iberischen Halbinsel ihren Job. Es war der schwärzeste März in der Geschichte der spanischen Arbeitslosenstatistik. Landesweit sind mittlerweile 3,6 Millionen Menschen erwerbslos gemeldet. Damit hat Spanien mit nur 46 Millionen Einwohnern inzwischen sogar Deutschland überholt. Die Arbeitslosenquote dürfte im März die 15-Prozent-Marke übersprungen haben; sie wird allerdings nur vierteljährlich vom Nationalen Statistikamt INE errechnet. Ende 2008 lag sie noch bei 13,9 Prozent, die europäisch vergleichbare Quote war noch etwas niedriger (siehe Grafik).
Kein Staat in der EU verliert derzeit so viele Jobs wie das einstige Boomland. Im Februar trug Spanien 75 Prozent zum Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone bei, obwohl es nur für zehn Prozent der Wirtschaftsleistung steht. Besonders schwer trifft die Arbeitslosigkeit die jungen Menschen, fast ein Drittel der unter 25-Jährigen hat keinen Job. Die schlechte Schulausbildung der Mädchen und Jungen sei ein Mühlstein für die Wirtschaft, mahnte vor Kurzem die Industriestaatenorganisation OECD. Jeder dritte Schüler macht keinen Abschluss.
Vor allem hat es nach dem Einbruch auf dem Immobilienmarkt die Baubranche getroffen. Aber auch der Einzelhandel, Gaststätten und Hotels leiden unter der Rezession. Die jüngsten Wirtschaftsdaten bestätigen den anhaltenden Sinkflug der spanischen Wirtschaft.
Im Januar fiel die Industrieproduktion um gut ein Fünftel. Die Umsätze der Einzelhändler sanken im Februar inflationsbereinigt um fast zwölf Prozent. Jeden Tag machen in Spanien rund hundert Läden dicht, heißt es bei den Gewerkschaften ... weiterlesen

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