Sonntag, 1. Februar 2009

Santander-Bank bietet Entschädigung an

Nach einer Meldung der Financial Times bietet Santander Kunden eine Entschädigung an.
Durch die Finanzkrise kamen die Spanier bislang einigermaßen gut - vor dem mutmaßlichen Milliardenbetrüger Bernard Madoff konnte sie ihre Privatkunden aber nicht schützen. Weil eine Klage in der USA droht, stellt die Bank mehr als 1 Mrd. Euro für Betroffene in Aussicht.
Die spanische Bank Banco Santander bietet ihren durch den Madoff-Betrugsfall geschädigten Privatkunden laut einem Zeitungsbericht als erstes Institut eine Entschädigung an. Unter dem Druck einer Klage in den USA habe die Bank insgesamt 1,38 Mrd. Euro offeriert, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf Schreiben der Bank.
Santander gehört zu den bislang am schwersten getroffenen Opfern des größten Betrugsfalls der Finanzgeschichte. Der New Yorker Broker Bernard Madoff richtete mit einem Schneeball-System nach eigenen Angaben einen Schaden von rund 50 Mrd. $ an. Er steht derzeit gegen Kaution unter Hausarrest.
Santander habe Kunden in Lateinamerika vertraulich angeboten, als Ersatz für Madoff-Investments Vorzugsaktien der Bank zu bekommen, berichtete die Zeitung. Im Gegenzug hätten sie versprechen müssen, nicht gegen Santander zu klagen und Kunden der Bank zu bleiben. Santander selbst äußerte sich der Zeitung gegenüber nicht.
Das Angebot richte sich ausschließlich an Privatkunden und nicht an institutionelle Investoren. Die Offerte sei zudem längst nicht allen geschädigten Santander-Privatkunden gemacht worden: Kunden in Spanien und weiteren Ländern sei das Angebot unbekannt, berichtete das "Wall Street Journal".
Bernard Madoff hat zugegeben, Anleger um 50 Mrd. $ betrogen zu haben.
Anfang der Woche hatte eine spanische Anwaltskanzlei laut Medienberichten zusammen mit US-Anwälten in Florida eine Sammelklage gegen Santander eingereicht. Sie werfen der Bank vor, sie habe ihre Pflichten bei den Madoff-Investments verletzt.
Die Banco Santander hatte über einen US-Fonds in Produkte des Wall-Street-Veteranen investiert. Die Verluste werden mit 2,3 Mrd. Euro beziffert. Noch vor Wochen hatte die Bank etwaige Entschädigungen ausgeschlossen.

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