Donnerstag, 25. Dezember 2008

Neue Fischzuchtanlage abgelehnt


Der Gemeinderat von Granadilla de Abona auf Teneriffa hat einstimmig die Ablehnung des neuen regionalen Ordnungsplans der marinen Aquakulturen (Plan Regional de Ordenación de la Acuicultura - PROAC) des regionalen Umweltministeriums beschlossen und über den Fischereistadtrat Antonio Cabrera mitteilen lassen, dass gegen den derzeit öffentlich ausgehängten neuen Plan Einspruch eingelegt werden wird. So berichtet das Wochenblatt in seiner Ausgabe vom 17.12.08. Angesichts des Absatzerfolgs wird auch an die Einführung anderer Arten, wie z.B. der Corvina (Seebarsch) und Bocinegro (Meerbrasse) gedacht und entsprechende Forschungen angestellt. Es wird auch mit der Zucht von Seezungen experimentiert. Der PROAC sieht verschiedene Gebiete für die Einrichtung von marinen Fischzüchtungen vor, so auch vor der Küste von Granadilla – zwischen Montaña Roja und Los Abrigos. Cabrera teilte mit, dass die Pläne des Umweltministeriums im krassen Gegensatz zu dem von der Gemeinde angestrebten Projekt eines Meeresreservats in diesem Gebiet stehen. Außerdem wird argumentiert, dass die Fischzuchten, die angesichts der wachsenden Nachfrage zweifellos ein florierendes Geschäft sind, zum industriellen Gewerbe zählen – lediglich mit dem Unterschied, dass die Produktionsstätten nicht im Industriegebiet, sondern im Meer liegen. Erst kürzlich berichtete die Presseabteilung der kanarischen Sonderzone ZEC: „In den letzten Jahren hat sich die Aquakulturbranche auf den Kanarischen Inseln als Wirtschaftszweig mit hervorragenden Zukunftsaussichten konsolidiert. Ihre Ausstrahlung stieg so stark an, dass die Fachleute des Sektors davon ausgehen, dass die Auswirkungen dieser Geschäftstätigkeit auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Kanaren die der Banane, Anbaupflanze par excellence auf den Inseln, übersteigen werden.“ Cabrera wies auf den durch die Fischmasten verursachten Eingriff in die Natur und das Habitat zahlreicher Meeresbewohner sowie die durch die Zuchtanlagen verursachte Verschmutzung hin. Organischer Abfall, Antibiotika, Pestizide, Reinigungsmittel, etc. würden dadurch ins Meer gelangen und könnten sogar Auslöser neuer Krankheiten sein.Aufstrebender WirtschaftszweigDie rückläufige Produktivität der traditionellen Fischerei hat dafür gesorgt, dass sich das Geschäft mit Zuchtfischen mit den Jahren immer weiter entwickelt hat. Heute haben die marinen Fischzuchten große wirtschaftliche Bedeutung auf den Inseln. Dass es sich um einen aufstrebenden Wirtschaftszweig handelt, beweisen die Zahlen: 1998 wurden jährlich noch 456 Tonnen Fisch gezüchtet, heute sind es über 10.000 Tonnen. 33 Unternehmen betreiben Marikulturen an der kanarischen Küste. Die meisten davon beschränken sich auf die Zucht der Speisefische Dorade und Wolfsbarsch. In Zukunft soll die kontrollierte Aufzucht auch auf andere Speisefischarten, Mollusken und Tintenfische ausgeweitet werden. Im letzten Jahr wurden in den kanarischen Fischzuchtanlagen 8.000 Tonnen Speisefisch erzeugt und in diesem Jahr rechnet der Sektor mit einem um 4.000 Tonnen erhöhten Produktionsvolumen.

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