Freitag, 14. November 2008

Spanien- das neue Armenhaus Europas ?


Spanien – Das betrifft nur Bulgarien oder Rumänien, denkt man. Weit gefehlt: Nach einem Bericht in Welt-Online verliert Spanien den Anschluss an Europas Spitze. Jahrelang haben zu viele Spanier auf Pump gelebt. Nun droht eine Massenarmut. Die Regierung will die Wirtschaft massiv stützen – zu spät, sagen Experten. Nun rächt es sich, dass ein ganzes Land auf Pump gelebt hat – und viele die Gefahren ignorierten. Aus vermeintlichem Reichtum für alle kann nun leicht Massenarmut werden. In Spanien ist Baugeld in der Regel an den europäischen Interbankenzinssatz Euribor gekoppelt - und der ist durch die Finanzkrise dramatisch gestiegen. "Wir wussten nicht, worauf wir uns mit den flexiblen Zinssätzen eingelassen haben, die Banken haben uns ja so zugeraten", klagt Rosa María Afan, die für ihre Wohnung anstatt 750 Euro nun 1490 Euro im Monat zahlt. Immerhin hat sie Arbeit.
Im Oktober wurden in Spanien jeden Tag 6200 Menschen arbeitslos, damit verloren fast 200.000 in einem einzigen Monat ihren Job. Das hatte man zuletzt vor zwölf Jahren erlebt. Schon jetzt hat das Land mit 11,9 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in der EU. Vor einem Jahr waren es noch 8,3 Prozent. Die Brüsseler Experten haben dem einstigen Boomland bis zum Jahr 2010 gar eine Quote von 15,5 Prozent vorhergesagt - doppelt so viel wie der EU-Durchschnitt. Im dritten Quartal registrierte das Land erstmals seit fünfzehn Jahren eine sinkende Wirtschaftsleistung.
So wie über ein Jahrzehnt lang nun die Baustelle der Ausdruck neuen Wohlstandes war, so wird nun die Bauruine Ausdruck des Niedergangs. Keine Stadt und kaum ein Dorf auf der iberischen Halbinsel, an deren Rand nicht Betonfassaden mit leeren Fensterhöhlen stehen, das Erdgeschoss zugemauert, das Grundstück mit einem hohen Zaun umfriedet, die Kräne verwaist. Die Bauindustrie war in der jüngeren Vergangenheit das Auffangbecken für viele Immigranten, ob legal oder illegal. Sie trifft das Ende des Aufschwungs besonders hart. Spanien zahlt ihnen inzwischen Prämien, wenn sie in ihre Heimaltländer zurückkehren – damit sie die Sozialkassen nicht langfristig belasten. Die Bauindustrie war auch Anlaufstelle für vor allem junge Menschen ohne Ausbildung. Sie stehen nun wieder vor den Arbeitsämtern Schlange ... weiterlesen

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