Dienstag, 4. November 2008

Madrid greift Häuslebauern unter die Arme

Kanaren: Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters greift Spanien angesichts der Finanzkrise in Bedrängnis geratenen Häuslebauern unter die Arme.
Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero kündigte am Montag an, arbeitslosen oder ärmeren Spaniern zwei Jahre lang eine Atempause beim Bedienen ihrer Hypothek zu verschaffen. Demnach müssen die Schuldner vorübergehend nur die Hälfte der Hypothekenlast schultern, die andere Hälfte garantiert der Staat. Dieser Schritt ist Teil eines Regierungspakets im Volumen von 170 Millionen Euro, dass in den kommenden zwei Jahren die Folgen der Finanzkrise für schwächere Einkommensgruppen abmildern soll.
Laut Zapatero dürften rund eine halbe Million Bürger in den Genuss des Programms kommen, das von weiteren staatlichen Stützungsmaßnahmen für den Arbeitsmarkt flankiert wird. Firmen sollen demnach einen Zuschuss in Höhe von 1500 Euro erhalten, falls sie Arbeitslose mit Familien einstellen. "Für die Regierung hat es in diesen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten Priorität, den am härtesten betroffenen Arbeitern und Familien zu helfen", sagte der sozialistische Ministerpräsident. Die Arbeitslosenrate ist in Spanien im Sommer auf 11,3 Prozent geklettert - der höchste Wert in der Euro-Zone.
Trotz der Probleme am Arbeitsmarkt leisten sich in Spanien noch immer wesentlich mehr Bürger Wohneigentum als in anderen europäischen Staaten. Nach Angaben der Bauwirtschaft lebten in Deutschland 2006 nur 40 Prozent der Haushalte in den eigenen vier Wänden, in Spanien waren es doppelt so viele. Mittlerweile sind jedoch insbesondere finanzschwache Darlehensnehmer mit wenig Eigenkapital in die Bredouille geraten, da der Wert ihrer Wohnung oder ihres Hauses nach dem Ende des Bau-Booms vielfach stark gesunken ist.
Nach Einschätzung von Finanzstaatssekretär David Vegara ist ein Abrutschen des Landes in eine Rezession nicht ausgeschlossen. Die Wirtschaftsleistung, die jahrelang vom Bausektor kräftig gestützt wurde, ist nach einer Projektion der spanischen Notenbank im dritten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft.

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